Der Unterschied zwischen Stretcher und Strainer

Stretcher Keilrahmen

Stretcher Keilrahmen

Die traditionelle Leinwand ist aus Flachs gefertigt, allerdings löst die günstigere Baumwollfaser sein ursprüngliches Äquivalent in zunehmendem Maße ab. Vor der eigentlichen Herstellung der Leinwand wird vom Künstler ein Holzrahmen vorbereitet. Heutzutage werden größtenteils Stretcher-Rahmen gefertigt, allerdings gibt es auch eine sehr viel ältere und stabilere Rahmenkonstruktion: den Strainer. Doch was ist der Unterschied dieser beiden Bauarten? Der Stretcher ist eine relativ neue Entwicklung, dessen Popularität im 18. Und 19. Jahrhundert stark anstieg, als die Techniken der Massenproduktion nach Europa kamen. Seit damals werden die Keilrahmenleisten in großen Mengen maschinell produziert um den Künstlern eine kostengünstige und einigermaßen stabile Grundlage für die Leinwand der erstellten Gemälde zu bieten. Auf der anderen Seite steht der Strainer, die weitaus stabilere Variante für professionelle Arbeiten. Diese Art der Rahmenherstellung wurde im 16. Jahrhundert bereits weitläufig eingesetzt, allerdings wurden Strainer im Unterschied zum Keilrahmen niemals in Massenproduktion gefertigt, sondern sind auch heute noch handgefertigt.

Der Keilrahmen besteht aus gleitenden, gegeneinander verschiebbaren Verbindungen. Die Ecken sind nicht fixiert und die Stabilität entsteht erst nach dem Aufspannen der Leinwand. Der Strainer ist mit fixierten Steckverbindungen an den Ecken versehen, welche die Stabilität bereits primär gewährleisten. Ein zusammengebauter Strainer ist eine solide und zeitbeständige Unterlage für die aufgespannte Leinwand, allerdings ist die Herstellung aufwendig und das Material teuer. Auch im Bereich der Formstabilität ist der Strainer dem Stretcher überlegen.