Was sind die Herausforderungen für einen Portätmaler?
Haben Sie schon einmal versucht sich als Porträtmaler zu betätigen? Vermutlich haben Sie dann gesehen, dass es dabei mehrere Herausforderungen gibt. Die erste sind die Proportionen. Ein erstes und einfaches Hilfsmittel ist es ein Raster über das Blatt zu legen und idealerweise über das Gesicht.
Später wenn Sie etwas mehr Übung haben brauchen Sie das Raster nicht mehr. Die nächste Herausforderung sind die räumlichen Eindrücke und die Perspektive. Sicher kennen Sie die Augen aus den altägyptischen Malereien. Mit Sicherheit kann man das heute nicht mehr als State of the Art bezeichnen!
Dieses perspektivische Malen folgt im Grunde einfachen Gesetzen. Helle Farben oder Flächen vermitteln den Eindruck von Nähe und je dunkler desto ferner.Ein weiteres Hilfsmittel der Portätmaler ist der Fluchtpunkt. Dies ist ein imaginärer Punkt auf den sozusagen alle Linien zulaufen. Wissen Sie was ich meine? Stellen Sie sich einen Würfel auf dem Schrank vor.
Alle Seiten sind gleich lang oder gleich groß. Wenn Sie aber nicht genau von der Mitte der Fläche aus schauen, sondern leicht con oben, sehen Sie die obere Fläche und die Kante der hinteren Seite. Machen Sie das Experiment, wenn Sie mir nicht glauben. Dies ist wie das Auge es wahr nimmt und wie wir mit Hilfe des Gehirns auf einer Fläche (zwei Dimensionen) einen räumlichen Gegenstand (drei Dimensionen) so darstellen kÖnnen, so dass ein räumlicher Eindruck entsteht.
Ein Porträtmaler muss also nicht nur sein Handwerk verstehen, sondern auch wissen, wie das menschliche Gehirn und Auge funktioniert.Ist es ihnen schon einmal passiert, dass Sie etwas gelesen haben und es war im Grund nichts Neues, aber es war zum ersten Mal, dass Sie es in Worte gefasst sahen? Man kann der heutigen Zeit viele Vorwürfe machen und der Wissenschaft.
Aber im Rahmen ihrer Begrenztheit – ich meine man sollte akzeptieren, dass auch die Wissenschaft Grenzen hat - hat sie geholfen vielen Menschen ein Wissen zugänglich zu machen, das davor nur einige Wenige instinktiv beherrschten. Die Technik der räumlichen Darstellung ist einer dieser Punkte.
Zumindest in früherere Zeit war eine gute Konversation führen zu kÖnnen eine weitere Anforderung an einen Porträtmaler. Wenn Sie wissen wie viele Künstler sind, wissen Sie auch, dass dies oft eine Eigenschaft ist, die im Widerspruch zum kÖnnen des Malens zu sein scheint.Aber mit der Zeit ändert sich die Welt und alles was damit verbunden ist.
Ein Portätmaler heute unterscheidet sich sehr stark von einem Portätmaler der damaligen Zeit. Man malt heute nicht mehr direkt, sondern überwiegend von einem Foto. Dies hat viele Vorteile. Der Maler kann sich auf seine Arbeit konzentrieren, der Gemalte läßt ein Foto von sich machen (oder mehrere) bis er eines hat, das Ihm gefällt.
Der Portätmaler malt dann von diesem Foto und kann die Techniken anwenden ohne dass der Eindruck eines Anfängers entsteht und der Gemalte braucht nicht für lange Zeit in unnatürlicher Poste zu verharren.
Dies ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Ein weiterer großer Gewinn ist der Preis, der durch das Outsourcen die Portätmalerei auch für den normalen Geldbeutel erschwinglich gemacht hat! Es ist sogar so preiswert, und ich spreche hier von wirklicher Handarbeit, dass ein Gemälde vom Foto sogar als Geschenk interessant ist.
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